2018/19
«Tell im Keller»
Jubiläumsproduktionen



Die Goldene Meringue
das geschwungene i-Tüpfli auf der
Jubiläumsproduktion
des Theatervereins „die Kulisse Zug“


Vom 12.-16. Juni 2019 fand in Meiringen das erste Volkstheaterfestival statt. Von 37 Gruppen, die sich beworben hatten, wurden 8 Gruppen eingeladen. Darunter die Kulisse Zug. „Tell im Keller“ gewann an diesem Festival den Hauptpreis, die Goldene Meringue für „Bestes Ensemble“ und Simone Bächler aus dem Team gewann den Preis „Beste Schauspielerin“.


«Die Kulisse Zug» feierte 2018 ihr 60-jähriges Jubiläum. Aus diesem Anlass sollte ein Stück und ein Film aus der Feder von Jan Weissenfels entstehen. 

Das Theaterstück spielt 1968. Zum einen hat sich in diesem Jahr die „Gut-Hirt-Laienspielgruppe“ den heutigen Namen «die Kulisse Zug» gegeben. Zum anderen ist 1968 der Burgbachkeller eröffnet worden, worin auch dieses Stück spielt. Und nicht zuletzt feiert im Jahr 2018 die 68-er Bewegung das 50 Jahr-Jubiläum.

«Tell im Keller» bringt diese drei Ereignisse zusammen und lässt die späten 60-er Jahre aufleben.

Die Geschichte

Die „Gut-Hirt-Laienspielgruppe“ plant zur Eröffnung des Burgbachkellers eine Inszenierung von „Wilhelm Tell“.  Carl, Tell-Darsteller, ist aber im richtigen Leben alles andere als ein Freiheitskämpfer und versucht jede kritische Haltung vom Ensemble im Ansatz zu unterbinden. Denn die Eröffnungs-Premiere vor Prominenz aus Politik und Wirtschaft soll reibungslos und zur allgemeinen Erbauung über die neuen Bühnen-Bretter gehen.


Allerdings gibt es im Ensemble nicht nur «skandalöse» Liebschaften, sondern zum Teil auch noch sehr freie Ansichten über Gesellschaft und Moral. Trotz den Kämpfen im Ensemble, das in verschiedene Fraktionen gespalten wird, kommt es dann doch noch zu einer Aufführung. Die Premiere allerdings wird massiv gestört und endet in einem Desaster.

Thema:

Die Jahre 1968 und folgende sind Jahre des Aufbruchs aus gesellschaftlicher Enge und Erstarrung. Vieles wurde plötzlich nicht mehr hingenommen, Protest gegen etablierte Formen und Haltungen wurde in kreativer, vielfältiger Weise durchgeführt. Dies war, wie vielleicht nie davor und danach mit grossen Hoffnungen auf Veränderung verbunden. Es schien für kurze Zeit alles möglich.


In Zug, wie fast überall in der Provinz, gab es im Jahre 1968 keine grossen, bekannten Aktionen. Aber nach 1968 begann sich vieles zu verändern, auch durch hartnäckigen Widerstand und vielfältige Aktionen einzelner Personen. Die Bedingungen für den Aufbruch und die kreative Kraft von Aktionen nachzuzeichnen, ist für ein Theaterstück eine dramatisch und ästhetisch spannende Möglichkeit. Dabei geht es nicht um eine kritiklose Darstellung der 68-er Bewegung, deren Naivität einerseits beachtlich war, und deren Radikalität zu den bekannten terroristischen Auswüchsen führte.

Das Stück zeigt nicht allein historische Bezüge auf. Viel Kritik der 68-er Revoltierenden bezieht sich auch auf nach wie vor sehr aktuelle Themen. Die Kritik am ungezügelten Konsum etwa, die Ausbeutung der Dritten Welt und auch die Situation von Mietern sind Inhalte von Protesten der damaligen Zeit. Und natürlich auch immer wieder das «Schweigen» und die «Gleichgültigkeit» der Mehrheit der Bevölkerung.

„Willhelm Tell“  und der Wiederstand; die Zuschauer sehen Darsteller, die in ihren eigenen Geschichten gefangen sind, und befassen sich so mit dem Aufstand in Schillers Drama. Die Begebenheiten aus dem Gründungsmythos der Schweiz werden so immer wieder ironisch reflektiert.


Vorgehen:

Die fiktive Geschichte von «Tell im Keller» spielt vor einem realen, historischen Hintergrund und zeigt die politischen und privaten Spannungsfelder jener Zeit auf. Detailliertes Wissen über reale Begebenheiten und gesellschaftliche Hintergründe waren uns dabei wichtig. Aus diesem Grund wurden zahlreiche Zeitzeugen und Historiker mit Verbindung zu Zug interviewt und in Archiven und Bibliotheken recherchiert.

Auf der Bühne

Tania Bunke (Johanna Andres) / Baumgarten:    Simone Bächler
Carl Waltenspühl / Tell:   Paul Mächler
Rösli Friedli / Baumgarten:   Brigitta Ordelman
Alfonse Himmelsbach (Fonsi) / Ruodi:   Hans Merz
Ursi / Hedwig:   Pia Irányi
Fritz Mäder / Gessler:   Raban Weibel
Gilberte / Gertrud:   Gabriela Widmer-Annen
Anneli / Amgart:   Karin Werder
Martin Felber / Stauffacher / Kuoni:   Thomas Hess / In Meiringen: Dominik Widmer
Carl Waltenspühl Junior:   Tilo Stuber / Lou Carl Bürgler / Joel Iten


Im Hintergrund

Regieassistenz: Markus Roos, Lara Staub, Larissa Mello Betschart
Bühnenbild: Franziska Buri, Hubert Baumgartner

Kostüme: Sarah Grangier
Technik: Nicolas Roos
Maske: Zita Suter, Janine Notter
Radioaufnahmen: Dominik Widmer

Grafik : Zoellers GmbH, Martin Zöller

Weitere Mitwirkende

Patricia Bouchard Roos, Katja Stocklin-Kappeler, Daniel Irányi, Ruth Bruhnsen, Kai Bruhnsen, Christa Roos, Cyrill Widmer und weitere.


Der Film zu „Tell im Keller“

"Doch ach, es wankt der Grund"

Der Film „Doch ach, es wankt der Grund“ erzählt eine eigenständige Geschichte, diente aber auch als visueller Einstieg in die Thematik unserer Jubiläumsprodukion: Ein Zeitsprung, verdrängte Ängste, Aufbegehren gegen Unterdrückung, Hoffnung auf Gerechtigkeit.

Für unser Projekt konnten wir Weissfilm GmbH, Zug gewinnen. Hinter diesem Namen steht ein erfahrenes und kompetentes Team, welches seit über 30 Jahren in der schweizerischen Filmwelt zu Hause ist.


Buch und Regie: Jan Weissenfels
Kamera und Schnitt: Marcello Weiss
Produktionsleitung: Jeannette Weiss
Licht: Felix Meyer
Ausstattung/Koordination: Pia Irányi

Kostüme: Sarah Grangier
Maske: Zita Suter
Haare: Monika Merz, Hans Merz, Sonya Meyer
Bühne: Franziska Buri, Hubert Baumgartner
Helfer: Daniel Irányi, Raban Weibel, Erika Mächler, Ilian Irányi, Aaron Irányi, Jago Irányi, Christa Roos, Alena Mächler, Laura Pfeiffer, Lea Rinderli und andere


Im Bild
Hauptdarsteller: Paul Mächler

Hauptdarstellerin: Katja Stocklin-Kappeler

Grazien: Alena Mächler, Laura Pfeiffer, Lea Rinderli

Apfelschussszene
Gessler: Raban Weibel
Soldaten: Michael Eberle, Jago Irányi, Aaron Irányi, Ilian Irányi

Volk: Larissa Mello Betschart, Nadja Schneider, Jakob Behler, Lara Staub, Hans Merz

Demonstranten
Hans Merz, Nadja Schneider, Dario Eigenmann, Nicole Gilli, Claudia Weibel, Eva Weibel, Hanna Weibel, Raban Weibel, Jakob Behler, Lara Staub, Michael Eberle, Aaron Irányi, Kim Mächler, Gabriela Widmer-Annen, Erika Mächler, Larissa Mello Betschart, Susanna Meier, Bea Fischer, Ilian Irányi, Andrin Lengen, Laura Pfeiffer, Alena Mächler, Janina Kunz, Tamara Gretener, Lara Bieler, Dario Wismer, Vivienne Weber, Jago Irányi, Lea Rinderli


Sponsoren und Gönner für den Film
Ganz herzlich danken wir allen, die uns bei „Doch ach, es wankt der Grund“ unterstützt haben:

Die Möbel wurden uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt. Diejenigen von 2018 von Bruno Wickart AG, diejenigen von 1968 von Zeitlos Wohnen.
Gedreht wurde im Jugendanimation Zug - Lade für Soziokultur, im Burgbachkeller, in den Gassen der Zuger Altstadt und in Andi’s B&B, Steinhausen
Umzug Profis, Edy Räber, GAUR von Zug, Electronic Center, Zug, Margrit Anliker-Schlumpf

Recherche

Interviewpartner
Ulrich Straub, Margrith Opprecht, Armin Jans, Daniel Brunner, Klaus Frick,
Hans Peter Roth, Bruno Bollinger, Hanspeter Uster, Josef Lang

Doku-Zug
Diverse Informationen wurden uns aus Medienartikeln und Büchern des

Doku-Zentrums Zug zur Verfügung gestellt.
http://www.doku-zug.ch

Literatur zu 68er Zeit in der Schweiz
„Die 1968er Jahre in der Schweiz, Aufbruch in Kultur und Politik“, A: Damir Skenderovic, Christina Späti, V: hier+jetzt, 2012

„Wir sind wenige aber wir sind alle“, Biographien aus der 68er-Generation in der Schweiz, A: Heinz Nigg, V: Limmat Verlag, 2008
„Das vermeintliche Paradies: Eine historische Analyse der Anziehungskraft der Zuger Steuergesetze“, A: Michael van Orsouw, V: Chronos, 1995

„Krawall: Die Jugendrevolte 1968 in der Schweiz“, A: Willi Baer, Carmen Bitsch, Karl-Heinz Dellwo, V: 2010Laika Verlag,
Film: Krawall Schweiz 1970, Regie: Jürg Hassler, V: 2010Laika Verlag

Zum Autor und Regisseur:
Jan Weissenfels, geboren 1962 in Siegen/Deutschland lebt seit 1993 in Zürich.
Er ist Autor und Regisseur von zahlreichen Theaterstücken,
u.a. auch für die Kulisse Zug.
Er arbeitet auch als Trainer und Moderator beim forumtheaterzürich.
Näheres unter
HYPERLINK "http://www.weissenfels.ch"www.weissenfels.ch